Verbotene Werbung für lizenzfreie Online-Glücksspiele

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Bis zur Einführung des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) im Jahr 2012 war die Werbung für Glücksspiel weitgehend unreguliert.

BGH verneint Haftung des Senders

dorthin zu kanalisieren“ (S. 43). Tatsächlich scheint die allgegenwärtige Werbung jedoch ganz andere Ziele zu verfolgen: Buth et al. (2021) konnten in Ihrer Studie zum Glücksspielverhalten während der COVID-19 Pandemie zeigen, dass drei von zehn Personen, die zum ersten Mal an Glücksspielen teilnahmen, durch Werbung dazu animiert wurden. Personen, die auch vorher schon an Glücksspielen teilgenommen haben, hat Werbung zur Steigerung ihrer Glücksspielteilnahme geführt – vier von zehn dieser Personen haben verstärkt an Glücksspielen teilgenommen und führten das auf die Wahrnehmung von Werbung zurück.

Werbeausgaben von Glücksspiel-Anbietern

Werbung ist also ein wichtiger Anreiz für die Teilnahme an Glücksspielen – ihre Wirkung empirisch untermauert: Newall et al. (2019) konnten in ihrer Studie Gambling Marketing from 2014 to 2018: a Literature Review zeigen, dass Glücksspielwerbung insbesondere gefährdete Gruppen wie beispielsweise Kinder oder Personen mit problematischem Glücksspielverhalten beeinflusst und dass die Wahrnehmung von Glücksspielwerbung mit häufigerem und riskanterem Glücksspielverhalten einhergeht. Forschende der Universitäten Glasgow, London und Stirling kamen zu gleichen Ergebnissen. In ihrer aktuellen Studie vom Juli 2022 haben sie den Zusammenhang zwischen Glücksspielwerbung und ungeplanten Glücksspielausgaben untersucht: 31,2 % der von ihnen befragten rund 3.000 Sportwetter*innen gaben an, durch Werbung zusätzliche ungeplante Wetten abgeschlossen zu haben. Personen mit problematischen Wettverhalten gaben sogar zu 87 % an, durch Werbung weitere ungeplante Wetten platziert zu haben. Anbieter konnten nahezu uneingeschränkt Werbung schalten, was zu einem unübersichtlichen Markt führte.

Hoher Werbeaufwand weist auf gewollte Wirkung auch in anderen Bundesländern hin

Die Organisation des Beschwerdeverfahrens zur Überwachung der Einhaltung dieser Bestimmungen sowie die Beurteilung obliegen dem Deutschen Werberat. Verantwortungsbewusste Verbraucheransprache – Kommerzielle Kommunikation für Glücksspiele soll Insbesondere dürfen geistige oder körperliche Schwächen, das Alter, geschäftliche Unerfahrenheit, Leichtgläubigkeit oder eine finanzielle bzw. soziale Zwangslage nicht ausgenutzt werden, keine unwahren oder zur Täuschung geeigneten Angaben, insbesondere über die Gewinnhöhe und -wahrscheinlichkeit sowie die Teilnahmebedingungen, enthalten, nicht suggerieren, durch bestimmte Glücksspielangebote oder besonders niedrige Einsätze sei ein problematisches Spielverhalten auszuschließen Verbraucher nicht ermutigen, Verluste zurückzugewinnen oder Gewinne wieder zu investieren nicht den Eindruck vermitteln, finanzielle Schwierigkeiten würden durch Glücksspiel gelöst, keine Darstellungen und Aussagen enthalten, die geeignet sind, problematisches, insbesondere unter finanziellen und sozialen Gesichtspunkten exzessives Spielverhalten zu vermitteln, hierzu aufzufordern oder dieses als akzeptabel erscheinen zu lassen. nicht suggerieren, dass Glücksspiel Krankheiten und/oder psychosoziale Konflikte, insbesondere Angst oder Einsamkeit, entgegenwirken kann, den Verzicht auf Glücksspiel nicht abwertend erscheinen lassen, die Teilnahme an Glücksspielen nicht als wichtigen Bestandteil der persönlichen Lebensführung, als Ersatz für soziale Begegnungen oder die Lösung sozialer Probleme darstellen, nicht suggerieren, dass die Teilnahme an Glücksspielen den sozialen Erfolg fördert und insbesondere zur Steigerung der Reputation oder der persönlichen Anziehungskraft beiträgt, strafbares oder rechtswidriges Verhalten nicht fördern oder solches Verhalten stillschweigend dulden. Kinder und Jugendliche – Kommerzielle Kommunikation für Glücksspiele soll Kinder und Jugendliche nicht zur Teilnahme an Glücksspielen auffordern oder beim Glücksspiel zeigen.

Sanktionen & Bußgelder: Was Verstöße kosten können

Darstellungen und Aussagen, die Kinder und Jugendliche besonders ansprechen, sollen nicht verwendet werden, nicht in Medien erfolgen, deren redaktioneller Teil sich mehrheitlich an Kinder und Jugendliche richtet, nicht durch Trikotwerbung bei Kinder- und Jugendmannschaften und über Werbe- und Sponsoringmaßnahmen erfolgen, die im direkten Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen stehen, nur Darsteller zeigen, die auch vom optischen Eindruck her mindestens als junge Erwachsene wahrgenommen werden. Hier finden Sie eine PDF-Version der Verhaltensregeln über die kommerzielle Kommunikation für Glücksspiele zum Download. Die Casino-Werbung in Deutschland hat sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Ob durch gesetzliche Vorgaben oder neue Marketingstrategien – die Art und Weise, wie Glücksspielanbieter ihre Produkte bewerben, hat sich grundlegend verändert. Einschränkungen bei TV Online und Social Media Die Geschichte der Glücksspielwerbung in Deutschland ist geprägt von strengen Regulierungen und einem ständigen Wandel. Mit der Einführung des GlüStV wurden erste Regeln aufgestellt, die die Werbung für Online-Casinos und Wettanbieter einschränkten.

So hilft Ihnen WBS!

Das ist ein Zuwachs von 24 % gegenüber 2019. Davon wendeten allein die Anbieter von Sportwetten und Onlinecasinos 617 Millionen Euro für ihre Werbung auf. Diese Zahlen legt der Geschäftsbericht von Lotto Brandenburg 2020 offen. Die Werbung für bis dahin illegale Online-Casinos machte mit 42 % sogar den größten Anteil der Werbeausgaben aus, wie die Auswertung von Statista für den Zeitraum bis Juni 2021 zeigt. Im Juli 2021 ist der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) in Kraft getreten.

2. Soziale Dimension des Glücksspiels

Er gibt vor, dass Art und Umfang von Werbung für Glücksspiele nicht seinen Zielen zuwiderlaufen darf – also den Jugend- und Spielerschutz sowie die Suchtprävention und -bekämpfung nicht behindern darf (§ 5 Abs. 2). In den Erläuterungen zum GlüStV 2021 ist festgehalten, dass Glücksspielwerbung verstärkt spielanreizend wirkt und zu Fehlvorstellungen über die Beeinflussbarkeit des Glücksspielergebnisses führt. Diese Wirkung, insbesondere auf Jugendliche, wurde bereits im Abschlussbericht einer durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen beauftragten Studie dokumentiert und sie gilt es zu verhindern. Die einzig erlaubte Werbung dient den Erläuterungen zum GlüStV 2021 nach dazu, „möglichst viele der ohnehin spielentschlossenen Personen in dem erlaubten Markt zu halten bzw. Ein wichtiger Schritt war die Schaffung von Rahmenbedingungen, die sowohl Spieler als auch Anbieter schützen sollten.

Verbotene Praktik Beschreibung Rechtliche Grundlage Beispiel für Verstoß
Ansprache Minderjähriger Werbung, die an Jugendliche gerichtet ist oder sie anspricht § 5a GlüStV, JuSchG Einsatz von Influencern mit jungem Publikum
Irreführung Vortäuschen sicherer Gewinne oder Verschweigen von Risiken § 5a GlüStV, UWG "Mit diesem Trick gewinnen Sie garantiert"
Aggressive Werbung Unzumutbar aufdringliche oder belästigende Werbung UWG Massive Pop-ups oder unverlangte Telefonwerbung
Verharmlosung Darstellung des Spiels als ungefährliche Freizeitbeschäftigung § 5a GlüStV "Spielen Sie einfach zum Spaß, es geht nicht um Geld"

Aktuell können Sie die Entwicklungen auf Plattformen wie verfolgen, die einen umfassenden Überblick über die Glücksspielbranche bieten.

Welche Fristen muss ich beachten?

Bei dieser Faktenlage wundert es wenig, dass sich immer mehr Menschen dafür aussprechen, Glücksspielwerbung streng zu regulieren, wie zum Beispiel das Bündnis gegen Sportwetten-Werbung (BgSwW): Es setzt sich für die weitest gehende Einschränkung von Sportwetten-Werbung ein und fordert die beteiligten Institutionen im Sport zur Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und zur Stärkung von Forschung und Prävention auf. Das BgSwW ist ein auf Initiative von Fan-Organisationen im Fußball gegründetes Bündnis, das Institutionen und Einzelpersonen miteinander verbindet, die zur Thematik Sportwetten (und Glücksspiel allgemein) in der Präventionsarbeit, Forschung, Sucht- und Selbsthilfe tätig sind oder ein persönliches Interesse an der Unterstützung der Ziele des Bündnisses haben. Auszüge aus dem Leitfaden zu den Verhaltensregeln des Deutschen Werberats für die Werbung für Glücksspiele Hier finden Sie eine PDF-Praxishilfe, die anhand von fiktiven Motiven einen Einblick in die Spruchpraxis des Deutschen Werberats gibt. Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für Glücksspiele (Fassung von 2012) liegt ein Glücksspiel vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt an den Veranstalter des Spieles gezahlt werden muss und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt umfasst kommerzielle Kommunikation den Einsatz aller Kommunikationsinstrumente durch die Wirtschaft, wenn damit primär die Förderung des Absatzes von Waren oder Dienstleistungen verfolgt wird; nicht erfasst sind redaktionelle Medieninhalte. Die Mitglieder des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) sind der Überzeugung, dass kommerzielle Kommunikation von fundamentaler Bedeutung für einen cas casino austria osterreich freien, fairen und lauteren Wettbewerb ist die meisten Spieler in Deutschland verantwortungsbewusst an Glücksspielen teilnehmen die Bewerbung erlaubter Glücksspielangebote für eine Kanalisierung der Teilnehmer in einen geschützten und sicheren Markt unverzichtbar ist.

2. Glücksspielbegriff in Vergleichsstaaten

Krankhaftes Spielverhalten kann zu ernsthaften Konsequenzen für die Betroffenen, ihr Umfeld und für die Gesellschaft als Ganzes führen. Angesichts dieser Tatsache verpflichten sich die im ZAW organisierten Glücksspielunternehmen, ihre kommerzielle Kommunikation so zu gestalten, dass dadurch kein problematisches Spielverhalten gefördert wird. Aus dieser Verpflichtung heraus wollen die Anbieter von Glücksspielen verhindern, dass Darstellungen oder Aussagen in der kommerziellen Kommunikation für ihre Angebote als Aufforderung zu problematischem Spielverhalten missverstanden werden verhindern, dass sich die kommerzielle Kommunikation für ihre Angebote an Kinder und Jugendliche richtet ein diesen Grundsätzen entsprechendes Verhalten im Wettbewerb fördern und zuwiderlaufendem Verhalten entgegenwirken. Die Anbieter von Glücksspielen haben deshalb in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V. die nachstehenden Verhaltensregeln über die kommerzielle Kommunikation für Glücksspiele aufgestellt. Der GlüStV hat die Werbepraktiken in Deutschland stark beeinflusst. Er fordert von Anbietern, verantwortungsvolle Werbung zu betreiben, die nicht zu exzessivem Spielverhalten anregt.

  • Regulierung von Online-Casino-Werbung durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag
  • Verpflichtende Altersverifikation in der Online-Werbung
  • Verbot von irreführenden Werbeversprechen wie "garantierter Gewinn"
  • Beschränkungen für Werbung in sozialen Medien und Influencer-Marketing

Dies bedeutet, dass die Werbung nicht irreführend sein darf und keine übertriebenen Gewinne versprechen darf.

Pflichtinhalt Gesetzliche Vorgabe Mindestgröße / Dauer Beispielformulierung
Suchtgefahr-Hinweis Zwingend in jeder Werbung Mind. 10% der Werbefläche / 4 Sekunden im TV "Glücksspiel kann süchtig machen."
Altersangabe Zwingend in jeder Werbung Klare und lesbare Darstellung "Erst ab 18 Jahren." oder "Nur für Volljährige."
Ansprechpartner für Suchtprobleme Pflicht in TV/Radio und Online-Video Nennung von Telefonnummer oder Website Hilfe unter 0800-123456 oder www.spielen-mit-verantwortung.de
Hinweis auf Lizenz Für lizenzierte Anbieter empfohlen Keine konkrete Vorgabe "Lizenziert und reguliert durch die GGL."

Dies hat viele Anbieter dazu gezwungen, ihre Werbestrategien zu überdenken und anzupassen.

  • Kennzeichnungspflicht für Werbung als "Werbung" oder "Anzeige"
  • Verbot der Darstellung von Glücksspiel als Problemlösungsstrategie
  • Vorgaben zur sachlichen und nüchternen Gestaltung von Werbemitteln
  • Verbot von Werbung mit prominenten Personen, die für junge Menschen Idole sind