Neuronale Netze zur Mustererkennung in Sportstatistiken

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„Ich war oft einer der Ersten, um zehn oder elf Uhr morgens, weil mir schon der Wettschein unter den Nägeln brannte“, erzählt er. In der Früh sei der Laden auch noch recht leer gewesen. Er und andere Sportbegeisterte, mit der Hoffnung auf den großen Tipp. „Wenn jemand was gewonnen hatte, hat er was ausgegeben.“ Alkohol gab es keinen, aber Softdrinks. „Dass dieses bet sportwetten anbieter Leben eigentlich nicht in Ordnung war, habe ich einfach ausgeblendet.“ Högt gewinnt zwar hin und wieder, meistens aber verliert er. Sein Ausbildungsgehalt von etwa 600 Euro hält oft nicht bis zum Ende des Monats. Als seine Eltern bemerken, dass er ein Problem mit Sportwetten hat, reden sie mit ihm, versuchen ihn davon abzubringen. Heute ist er froh über ihre Unterstützung. Sie kontrollieren sein Konto und übernehmen vorerst seine Schulden. Doch das wiegt Högt in falscher Sicherheit. „Nach ein paar Wochen dachte ich, ‚Mensch, du hast dein Leben, die Finanzen im Griff. Du könntest wieder etwas Geld setzen.‘ Dann war ich schnell wieder bei den hohen Einsätzen.“ Seiner Mutter zuliebe besuchte er zwar die Suchtberatung in Bremen. Aber auf dem Rückweg sei er beim Wettbüro rangefahren, das auf dem Weg liegt. Mit Bargeld, damit es auf seinem Konto nicht auffällt. Das alles passierte vor 2018, Sportwetten waren da noch eine Grauzone in Deutschland. Ursprünglich war es privaten Anbietern verboten, öffentlich Wetten anzubieten. Aber was auch in Bezug auf andere Süchte gilt, gilt auch für die Spiel- und Wettsucht: Man nimmt an, ein legaler Markt sei sicherer für die Süchtigen, der Staat habe die Kontrolle. Außerdem verdient die Gesellschaft an den Steuern mit. Jahrelang haben sie versucht, sich auf deutschlandweite Regeln fürs Glücksspiel zu einigen. Das führte 2011 so weit, dass im CDU und FDP regierten Schleswig-Holstein Glücksspiel legal wurde, in den anderen Bundesländern nicht.

  • Sammeln und Bereinigen historischer Sportdaten
  • Feature-Engineering (z.B. Teamform, Verletzungen, Wetter)
  • Training und Validierung von Klassifikations- und Regressionsmodellen
  • Backtesting von Strategien gegen historische Daten
  • Implementierung von Risikomanagement-Regeln (Kelly-Kriterium)
  • Kontinuierliches Monitoring und Re-Training der Modelle

Im Jahr 2020 einigten sich die Bundesländer schließlich, ein Jahr später trat der bundeseinheitliche Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Kraft. Der Glücksspielstaatsvertrag legt fest, was die Wettunternehmen anbieten dürfen: So dürfen sie keine Wetten auf Amateursport oder auf den nächsten Eckball zulassen. Alles, was sich leicht manipulieren lässt und wobei Wetten ständig erneuert werden können, ist verboten. Auch paralleles Spielen bei verschiedenen Anbietern ist verboten, es gilt als zu risikoreich. Allerdings interessieren sich die weiterhin aktiven illegalen Anbieter nicht dafür. Aber wen überrascht es, wenn sich Onlineangebote nicht an Gesetze halten? Eigentlich sind Anbieter verpflichtet, Spieler*innen vom Glücksspiel ausschließen, wenn diese suchtgefährdet oder überschuldet sind. Dafür gibt das Sperrsystem „Oasis“, welches das Regierungspräsidium in Darmstadt verwaltet. Das ist eine Art Blacklist für potenzielle Spieler*innen. Während illegale Anbieter das generell ignorieren, müssen sich alle legalen Anbieter dem System anschließen.

Automaten durch Fälschung unbrauchbar

Dass zum Beispiel im Bundesliga-Spiel am kommenden Samstag Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund kein Team den Sieg holt, ist möglich, gilt aber nicht als sehr wahrscheinlich und hat deshalb bei bwin eine recht hohe Quote von 4,0. Wer also 1 Euro darauf wettet, bekommt bei bwin 4 Euro zurück, falls das Spiel unentschieden ausgeht. Ein Sieg für Frankfurt gilt als noch unwahrscheinlicher und lukrativer (Quote 5,0). Geht die Wette nicht auf, behält der Anbieter das Geld. Ein einfaches Geschäft, das für viele den Sport spannender macht.

Bewertung der Sportwettenqualität bei Wettanbietern

Menschen, die süchtig nach Sportwetten sind, sieht man ihr Problem nicht an: keine gelben Fingernägel, keine roten Augen, keine Fahne. Viele schämen sich für ihre Sucht und leiden im Stillen. Sie setzen immer höhere Beträge, um ein Glücksgefühl zu erhalten und um ihre Verluste auszugleichen. „Pathologisches Glücksspiel“ ist seit 2022 im internationalen Klassifikationssystem von Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation gelistet. Wie viele Menschen in Deutschland betroffen sind, lässt sich nicht genau sagen. Sie haben damit Zugriff auf eine zentrale Datei, in der Spieler*innen verzeichnet sind, die sich entweder selbst vom Glücksspiel ausgeschlossen haben oder von anderen gesperrt wurden. Bei jeder Anmeldung gleichen die Anbieter die Daten anonymisiert mit der Datei in Darmstadt ab. Sind sie dort vermerkt, kann die Person nicht am Glücksspiel teilnehmen. Wie eine Ausweiskontrolle und ein Einlassverbot bei Spielbanken.

Detaillierte Kundenprofile für passgenaue Angebote

Damals ist ihm gar nicht zum Lachen zumute, denn er weiß: Er hat ein Problem. Michael Högt ist einer von Tausenden in Deutschland, die auf Sport wetten. Auf den Ausgang von Fußball- oder Basketballspielen, auf Tennismatches. Darauf, wie viele Körbe fallen oder welche Mannschaft die meisten Tore schießt. Über sieben Jahre hat er gewettet, mit Freunden in der Wettbude und heimlich zu Hause am Handy auf dem Klo.

Herr Flosbach, in Nigeria gibt es eine lebendige Start-up-Szene. Sind Sie ein Beispiel dafür, dass Deutschland dabei ordentlich mitmischt?

Er hat viel Geld verloren, Freunde belogen, seine Familie beklaut. Offizielle Zahlen, wie viele Menschen süchtig nach Sportwetten sind, gibt es nicht, Schätzungen zufolge sind es Zehn-, vielleicht Hunderttausende. Jeder Dritte, der*die wettet, zeigt laut des Jahresbericht 2022 der Deutschen Suchthilfe Anzeichen einer Glücksspielstörung. Wenn Michael Högt von damals erzählt, wandern seine Augenbrauen nach oben, als sei er selbst überrascht von den Worten, die seinen Mund verlassen. „Vieles habe ich auch einfach verdrängt.“ Er ist 27 Jahre alt, trainiert, trägt ein weißes Hemd. Derzeit stehen rund 178.000 Namen in der Datei.

Umfassende Branchenexpertise

Högt verdient heute gut, aber muss noch mehrere tausend Euro Schulden abbezahlen. Damit er im Job keine Probleme bekommt, wurde sein Name in diesem Text geändert. In Deutschland gibt es 31 Anbieter für legale Sportwetten. Sie heißen Betway, Bwin, Chillybets oder Tipico. Ihre Logos prangen auf den Trikots der Sportler*innen und flackern in den Halbzeiten über die Bildschirme.

Was macht Ihre Firma eigentlich genau?

Die Branche boomt: Seit 2014 hat sich ihr Umsatz laut dem Deutschen Sportwettenverband fast verdoppelt und lag 2022 bei 8,2 Milliarden Euro. Wer möchte, kann zu jeder Uhrzeit Geld auf Teams, Ergebnisse, Tore oder Körbe setzen. Das geht übers Internet und in der App. Falls die Wette aufgeht, zahlt der Anbieter das Geld mit einer Quote zurück, die er vorher festgelegt hat. Je unwahrscheinlicher ein Ereignis, desto höher die Quote und der Gewinn. Darunter ist auch der Name Oliver Petzold.

Warnung vor Gefahren Experten: KI-Systeme "könnten Menschheit auslöschen"

Danach gewann er nie wieder so hoch. Aber wie er aus 10 Euro mit einer Wette 4.500 Euro gemacht, daran denkt er oft. Während sich seine Freunde schon kleine Gewinne auszahlen ließen, probierte Högt, daraus noch mehr Geld zu machen. Er habe alles gleich wieder gesetzt – bis es weg war. „Da war mir schon bewusst, dass es problematisch ist.“ Weil er sich aber für die Verluste nicht rechtfertigen wollte, fuhr er irgendwann allein ins Wettbüro nach Achim, eine kleine Stadt südöstlich von Bremen. Der 37-Jährige ist schon seit Jahren gesperrt, lebenslang. Trotzdem habe Petzold sich Sommer 2019 bei Tipico anmelden und auf die Basketball-WM wetten können, erzählt er. Damals war Tipico noch nicht ans Oasis angeschlossen. Ende Februar 2023 sitzt er in einem Berliner Café, tief eingesunken in einen Sessel. Er trägt einen dunklen, blaugrauen Hoodie und Jeans.

  • Integration in Trading-Plattformen und Wett-APIs
  • Benutzerfreundliche Dashboards mit KPIs und Warnmeldungen
  • Mobile Apps für Benachrichtigungen und schnelle Aktionen
  • Automatische Berichterstattung und Performance-Analyse
  • API-Schnittstellen für benutzerdefinierte Skripte und Erweiterungen

Mit den Händen tippt er nervös auf seine Knie. Er will seine Geschichte erzählen: von seinem Weg in die Sucht, von seinem Kampf heraus.

  • Identifizierung von Ineffizienzen in den Wettquoten der Buchmacher
  • Automatische Platzierung von Wetten bei optimalen Quoten
  • Arbitrage-Scanner für sichere Gewinne (Surebets)
  • Fokussierung auf Nischenligen mit weniger analytischer Aufmerksamkeit
  • Nutzung von Closing Line Value (CLV) als Erfolgsmetrik
  • Hedging-Strategien zur Risikominimierung

Petzold versuchte nicht nur, in Kliniken vom Spielen wegzukommen, er ist auch vor Gerichte gezogen, hat Spieleanbieter verklagt. „Das, was die machen, ist verantwortungslos“, sagt er. Er hat einen Ordner voller Belege mit zum Treffen mit der wochentaz gebracht. Darin befindet sich die schriftliche Bestätigung des Regierungspräsidiums Darmstadt, dass er gesperrt ist.

Unsere IT-Services

Er wuchs in der Nähe von Bremen auf, war gerade 18 geworden und spielte selbst Fußball. Seine Expertise hielt er für einen Vorteil, Sportwetten für kein reines Glücksspiel. 2014 erzielte er seinen höchsten Gewinn: er wettete in einem Wettbüro 10 Euro darauf, dass bei verschiedenen Fußballspielen in Europa mehr als 2 Tore fallen. 4.500 Euro zahlte ihm der Wettanbieter Tipico als Gewinn aus. Högt kaufte eine Playstation 4, finanzierte sein erstes Auto, einen Skoda Fabia, und hatte noch genug übrig für seine Abifahrt und einen Urlaub, beides in Spanien. Außerdem: Screenshots, Kontoauszüge, Briefe von Anwälten und Experten. Die Papiere geben ihm Sicherheit, sagt er. Petzold will belegen, dass er heute die Wahrheit sagt, nachdem er sich selbst und andere so oft belogen hat.

Sportwetten in Deutschland: Wetten, dass die Sucht siegt?

Laut einer Studie der Universität Bremen aus dem Jahr 2021 leiden etwa 2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung bis 70 Jahre unter der Glücksspielsucht. Das entspräche etwa 1,25 Millionen Menschen. Er meint Online-Poker, Spielautomaten und eben auch Sportwetten. Wie viele Menschen süchtig nach Sportwetten sind, lässt sich nicht ableiten. Menschen mit Migrationshintergrund, junge Menschen und Menschen mit geringem Einkommen sind laut einem Forschungsbericht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2019 signifikant stärker betroffen.

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Aber wie belastet die Sucht nach Sportwetten das Leben von Menschen, die dagegen ankämpfen? Und was kann die Gesellschaft tun, um die Sucht einzudämmen? Michael Högt nimmt zu Hause vor seiner Webcam Platz, ein Headset auf den Ohren. Es ist 8 Uhr, er muss gleich zur Arbeit. Aber vorher hat er etwas Zeit zum Erzählen: Als er im April 2013 das erste Mal wettete, dachte er, das sei ein Weg, um schnelles Geld zu machen. „Allein, wenn ich gesagt habe ‚Mir geht es gut‘, stimmte das schon nicht.“ 2019 habe er gerade eine schwierige Phase durchgemacht und sich mit dem Wetten abgelenkt: am Smartphone, Tablet oder Computer, allein bei sich zu Hause. Um den Sport zu verfolgen, auf den er setzte, habe er verschiedene Streamingplattformen abonniert. Auf vier Bildschirmen verfolgte er gleichzeitig live den Sport, stundenlang, sagt er, das Handy auf stumm.

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Er wettete nicht nur auf Sport, sondern zockte auch an Online-Glücksspielautomaten. Obwohl er ein regelmäßiges Einkommen und Ersparnisse hatte, ging ihm das Geld aus.